Improvisation ist meine Philosophie

Um welche Stilrichtung es dabei geht, spielt fast keine Rolle. Ich mag die Jazzimprovisation genauso gerne wie die Improvisation in Pop und Rock. Ebenso interessant ist die strenge klassische Improvisation am Klavier und insbesondere an der Orgel. Eines muß dabei natürlich von vornherein klargestellt werden: es gibt keinen guten Improvisator, der NICHT seine täglichen Fingerübungen, Etüden, Bach-Präludien und -fugen etc. gespielt hat, so wie es jeder andere gute Pianist ebenso getan hat. Das gleiche gilt selbstverständlich auch für die Trompete. Ohne Fleiß kein Preis! Daraus resultiert quasi zwangsläufig, dass man für das Erlernen der Improvisation nach Akkorden und Skalen schon ein fortgeschrittener Schüler am jeweiligen Instrument sein sollte. Das soll nicht bedeuten, dass man mit Anfängern nicht improvisieren kann! Allerdings sieht hier die Improvisation natürlich ganz anders aus.

Wer improvisieren will, muss die Musiktheorie wie im Schlaf beherrschen. Daher ist der Unterricht der Improvisation streng verbunden mit Harmonielehre, Gehörbildung und Tonsatz. Den meisten Schülern ist dieser Bereich eine Grauzone - die Vorstellung, langweilige Dreiklänge zu analysieren, Tonleitern auswendig zu lernen usw. ist vielen geradezu eine Horrorvorstellung. Doch kommt es darauf an, wie man so etwas angeht: ich versuche, das Theoretische immer sofort mit dem Praktischen zu verbinden. Das verdeutlicht dem Schüler sofort, welchen Sinn das Üben der manchmal schwierigen und eintönigen Aufgaben macht. Auf diese Weise bleibt der Spaß am Üben erhalten.

Wer nicht improvisieren möchte, kann aus dem reichhaltigen Angebot an Jazz- und Popliteratur, die es mittlerweile für nahezu alle Instrumente gibt, schöpfen. Eine Menge witziger und interessanter Stücke können auch nach Noten gespielt werden. Mein oberstes Gebot ist, Spaß am Musizieren zu vermitteln. Dabei ist eines ganz klar zu erkennen: nicht jeder Schüler ist ein Genie, nicht jeder wird ein hervorragender Musiker. Aber jeder kann auf seine Weise Spaß am Spielen haben und sich weiterentwickeln - wie auch immer!

Ich unterrichtete seit 1997 die Fächer Jazzklavier und Jazztrompete und betreue  seit 2007 mehrere Schülerbands am Landesmusikgymnasium in Montabaur. Von August 2010 bis Juli 2014 habe ich als Musiklehrer im Haupt- und Realschulzweig der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar gearbeitet - das war eine tolle Erfahrung, vor allem weil es mir gelungen ist, die Kinder und Jugendlichen da abzuholen wo sie herkommen. Häufige Dozententätigkeiten in den Arbeitsphasen von Chören oder Bands (hauptsächlich Bigbands, aber auch Rock- oder Jazzbands) runden meine Tätigkeit als Instrumentalpädagoge ab.

Letztendlich versuche ich, in der Persönlichkeitsfindung und der individuellen Entwicklung der Schüler unterstützend zu wirken und dabei ihren individuellen musikalischen Stil zu fördern.